NGO-Ostseekooperation:
Die BALTIC SEA NGO FOREN 2001-2003
Zwei unabhängig voneinander organisierte Veranstaltungen brachten im Jahr 2001 den Zusammenschluss verschiedener Initiativen zur Zusammenarbeit der Nichtregierungsorganisationen im Ostseeraum. Die NGO-Ostseekonferenz im März 2001 in Kopenhagen, und das erste in Zusammenarbeit mit dem Ostseerat organisierte BALTIC NGO FORUM in Lübeck im Mai 2001 waren zwei Veranstaltungen mit ähnlichen Zielsetzungen. Als Resultat wurde unter anderem ein Netzwerk von sogenannten "FOCAL POINTS" (nationalen Ansprechpartnern) aufgebaut. Für das Jahr 2002 war sich das im Entstehen begriffene NGO-Netzwerk einig: trotz Zurückhaltung bei den russischen Behörden sollten die NGOs in Russland soviel Unterstützung erhalten, damit 2002 ein NGO FORUM in St. Petersburg durchgeführt werden konnte.

Workshops der NGO-Ostseekonferenz Kopenhagen: 

  1. Frieden und Sicherheit
  2. Umweltschutz
  3. Menschenrechte und Demokratieentwicklung
  4. Kulturaustausch
  5. Gender

Die Teilnehmer/innen der Konferenz verabschiedeten eine gemeinsame Abschlußerklärung zu den Perspektiven der Ostseekooperation.

Eingeladen nach Kopenhagen hatte ein Initiativkreis dänischer NGOs, unter anderem die dänisch-russische Gesellschaft, die dänische Sektion der Umweltorganisation WWF, Amnesty International Dänemark, die dänisch-lettische Gesellschaft, das dänische Helsinki-Kommittee, und die "Nordic Association". Aus dieser Zusammenarbeit ist seit 2001 die DANFØ geworden, die "Danish Coregroup for Baltic Sea Cooperation".

Abbildungen oben:
Bei der NGO-Ostseekonferenz 2001 in Kopenhagen übernahmen die dänischen NGOs die Initiative, und erreichten eine breite Teilnahme vor allem aus Litauen, Lettland, Estland, Russland und Finnland.

Das 1.BALTIC SEA NGO FORUM wurde im Rahmen der deutschen Ostseeratspräsidentschaft weitgehend von Mitarbeitern des Auswärtigen Amts in Berlin und der Landesregierung Schleswig-Holstein in Lübeck organisert. Ein Beirat deutscher NGOs stand dem zur Seite. Ehrengast war der Schriftststeller und Nobelpreisträger Günther Grass. (Abbildungen unten)

Folgende Workshops wurdem beim BALTIC SEA NGO FORUM in Lübeck angeboten: 

  1. Umwelt / Nachhaltige Entwicklung
  2. Zivilgesellschaft//Partizipation/Menschenrechte
  3. Jugend
  4. Freiwilligendienste
  5. Zugänglichkeit von Information
  6. NGO/GO Kooperation

Die Abschlußerklärung des NGO FORUMS 2001 in Lübeck, sowie Hintergründe der Diskussionen um beide Veranstaltungen 2001 sind auf unseren Archivseiten nachzulesen. Einen Versuch einer Analyse der Situation der NGO-Arbeit im Ostseeraum (vor den NGO FOREN) schrieb Albert Caspari, ebenso wie eine Bilanz nach dem NGO FORUM in Lübeck.

Die deutsche NGO Initiative Ostseekooperation traf sich erstmals im September 2001 in Wohlde (Schleswig-Holstein). Nach dem 2.Treffen im Dezember 2001 in Berlin wurde eine gemeinsame Webseite gestartet. Es wurde beschlossen, dass Albert Caspari (Verein INFOBALT) als Ansprechpartner in Deutschland für das NGO-Ostseenetzwerk fungieren soll (diese Vereinbarung wurde bestätigt bei zwei Treffen der deutschen NGOs in Hamburg 2004 und 2005).

Die Durchführung des BALTIC SEA NGO FORUM 2002 in St.Petersburg war lange unsicher. Die russische Ostseerats-präsidentschaft hatte es vermieden, Themen der Zivilgesellschaft als Arbeitsprioritäten der russischen Ratspräsidentschaft zu benennen. Einem Zusammenschluss verschiedener russischer NGOs gelang es jedoch, ein BALTIC SEA NGO FORUM im April 2002 selbst zu organisieren; das russische Aussenministerium half schließlich mit einigen organisatorischen Erleichterungen..

Die Koordination auf Seiten der NGOs übernahm das Büro St. Petersburg der Organisation NORDEN. Nach dem NGO FORUM 2002 in St.Petersburg gründeten russische NGOs eine nationale Plattform des NGO-Ostseenetzwerks und behielten die Koordinationsfunktion von NORDEN bei.

In St.Petersburg wurde zu den Themen Umweltschutz, Soziales, und Menschenrechte in Workshops diskutiert. ein weiterer Arbeitskreis befasste sich mit der Diskussion zu Möglichkeiten der Zusammenarbeit von NGOs mit Regierungsstellen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitskreise finden Sie hier. Ein ausführlicherer Bericht des Umweltworkshops finden Sie hier. Eine viel beachtete Rede hielt die Dänin Helle Degn, Beauftragte des Ostseerats für Menschenrechte und demokratische Entwicklung.

Von Seiten deutscher NGOs waren im April 2002 in St.Petersburg als Teilnehmer/innen dabei: 

BALTIC SEA NGO FORUM 2003 in Turku / Finnland

Die finnische Präsidentschaft im Ostseerat nahm 2003 den Faden wieder auf, und unterstützte ausdrücklich Themen der Zivilgesellschaft und der NGO-Ostseekooperation. Die Einladung an die NGOs der Ostseeanrainerstaaten, sich im Mai 2003 in Turku zu treffen, erging sehr frühzeitig. Erstmals war es auch möglich, zwei internationale Vortreffen zur Vorbereitung durchzuführen.

Der finnische Aussenminister Erkki Tuomioja nahm an den Vorbereitungstreffen wie auch am NGO FORUM selbst teil.

Turku, eine Ostsee-Hafenstadt mit 170.000 Einwohnern, im Südwesten Finnlands gelegen, war Austragungsort des NGO FORUM 2003. Mit seiner Partnerstadt St.Petersburg, und einer aufblühenden Hafenwirtschaft in der nördlichen Ostsee, zeigte Turku ein besonderes Engagement bei Aktiviäten, die Russland mit einbeziehen.

Von deutscher Seite nahmen in Turku 2003 teil:

Finnische NGOs bildeten ein Vorbereitungskomittee für das NGO FORUM, in dem eine Vielzahl verschiedener Organisationen vertreten waren. Zur Vorbereitung der einzelnen Workshops richteten einige Vorbereitungskreise eigene Email-Listen ein. Die Finnisch-Russische-Gesellschaft in Helsinki, die auch schon die Funktion des nationalen Ansprechpartners (Focal Point) übernommen hatte, koordinierte die Vorbereitungstreffen.
Vier Workshops wurden für die Teilnehmer/innen des NGO FORUM 2003 angeboten: 

Mit 350 Teilnehmer/innen erreichte das BALTIC SEA NGO FORUM 2003 in Turku eine bisherige Rekord-Teilnahmerzahl.