post@infobalt.de
Veranstaltungen

Nach längeren organisatorischen Vorarbeiten wurden im November 1991 der Verein "Informationszentrum Baltische Staaten e.V." offiziell gegründet und gemeinnützig anerkannt. Wenige Wochen zuvor war die staatliche Unabhängigkeit Estlands, Lettlands und Litauens, nach dem gescheiterten Putsch in Moskau (August 1991), auch international wieder anerkannt worden.

Die ersten Aktivitäten im Vereinsrahmen waren durch die großen Unsicherheiten der Umbruchphase in den baltischen Staaten geprägt, aber auch durch die Schwerigkeit, Partner in Deutschland für neue Ideen und Projekte zu finden.

Im April 1992 kam es, gemeinsam mit der Bremer "Aktionskonferenz Nordsee e.V." (AKN), und der Unterstützung des Bremer Senators für Umwelt, zu sechs mehrtägige Umweltworkshops in Bremens Partnerstadt Riga. Partner war der lettische Umweltschutzverband VAK. Themen der Workshops, bei denen erstmals Umweltexperten aus Ost und West zu einem Austausch zusammentrafen, waren t"Chemieindustrie und Gewässerschutz", "Abfallentsorgung", "Energieversorgung", "biologische Landwirtschaft", "Naturschutz" und "Umweltthemen in der Plakatkunst". Weitere Gäste und Teilnehmer waren Umweltfachleute, Wissenschaftler/innen, Politiker/innen und Verwaltungsfachleute aus ganz Lettland, wie auch private Initiativen und Jugendklubs. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und der Erfahrungsaustausch in den folgenden Jahren mit weiteren Partnern beider Länder in Form von Seminaren und Austauschmaßnahmen fortgeführt.

So konnte z.B. die Stiftung EURONATUR dafür gewonnen werden, ein Projekt zur Gründung eines zweiten Nationalparks in Lettland zu unterstützen, das eines der wertvollsten Moorflächen in Lettlands sichern half. EURONATUR unterstützte auch erste Treffen zur Förderung eines umweltfreundlichen Tourismus - später konnte u.a. das Land Nordrhein-Westfalen mit Seminaren zur Konzeption von Fahrradtourismus hierauf aufbauen.

Auch Bemühungen zur effektiveren Zusammenarbeit der Umweltverbände in Ost und West konnten unterstützt werden. 1993/94 begann die internationale Umweltorganisation "Friends of the Earth" (FOE) erstmals, die baltische Umweltbewegung auch strukturell zu unterstützen. Fördergelder der Europäischen Union sorgten dafür, dass einige weitere Regionalbüros der Umweltschützer/innen ausgestattet und mit moderner Bürokommunikation ausgerüstet werden konnte. In dieser Zeit konnte INFOBALT bei der Organisation von zwei begleitenden Seminaren helfen. Gleichzeitig konnte im Rahmen der Arbeitsgruppe "Osteuropa" des deutschen FOE-Mitgliedsverbands BUND ein Adreßverzeichnis aller osteuropäischen Umweltinititiaven als Version auf Diskette erarbeitet werden. Auch bei den Umweltverbänden konzentrierte man seither die Bemühungen auf eine Modernisierung des Informationsaustausches, der seither sich mehr und mehr auf moderne Telekommunikation (Email und Internet) konzentriert. Von 1993 bis 1996 wurde von der Europäischen Union ein Projekt "Umweltzentrum Riga" unterstützt, in dessen Rahmen vier international erfahrene Umweltexperten mit Kolleginnen und Kollegen in Lettland zusammenarbeiteten. Hier arbeitete INFOBALT im Projektbeirat mit.

Im Oktober 1997 und April 98 fanden zwei Seminare zum Thema "Fahrradtourismus im Baltikum" in Valmiera/Lettland und Tallinn/Estland statt, die von der Staatskanzlei des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen organisiert wurden. Kontakte des Vereins INFOBALT zu Fahrradinitiativen der drei baltischen Staaten konnten dafür genutzt werden. Eines der Ergebnisse war der erste Fahrradreiseführer für die baltischen Staaten “Veloviabaltica” von Dirk Jung.

Seit 1998 unterstützt INFOBALT den Bremer Fahrradklub ADFC bei der Durchführung der Messe "Radreisen grenzenlos". Bestehende Kontakte und Erfahrungen werden so bis heute weitergeführt. Seit 2003 findet die Veranstaltung jährlich im Frühjahr statt, und INFOBALT steuert Beatung und Information zu den baltischen Staaten bei.

Für zentrale, bundesweit wichtige Veranstaltungen, Tagungen und Kongresse in der Umbruchphase der 1990er Jahre bereitete INFOBALT auf Anfrage Informationsmaterial vor oder präsentiert eine Auswahl von Publikationen zum Thema. In diesen Jahren waren einige unserer Mitglieder an folgenden Veranstaltungen beteiligt (ausgewählte Beispiele):

"Fünf Jahre Unabhängigkeit" - Veranstaltung der Universität Münster im November 96 mit etwa 150 TeilnehmerInnen aus Deutschland und allen drei baltischen Staaten

"Litauische Informationsbörse" - eine Veranstaltung der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung am 21. und 22. November 1996 im Hessischen Landtag mit 250 TeilnehmerInnen aus Deutschland und Litauen

Buchmesse Leipzig 1997 - der diesjährige Schwerpunktländer waren die baltischen Staaten, INFOBALT beteiligte sich mit einem Ausstellungsstand (zusammen mit mehreren Verlagen und dem Literaturkontor Bremen)

Symposium "die vergessenen Juden in den baltischen Staaten", 4.-6.Juli 1997 Congresszentrum Hannover (Veranstalter: Buber-Rosenzweig-Stiftung). INFOBALT beteiligte sich durch die Durchführung eines Workshops zu den Möglichkeiten nicht-staatlicher Organiationen bei Kooperationen und Hilfeleistungen für Partner in den baltischen Staaten.

Lettische Informationsbörse (21./22.August 1997) im Gustav-Stresemann-Institut, Bonn.

BALANCE 98, Tagung zu aktuellen Fragen im Ostseeraum, Haus Rissen/Hamburg, 30.3.-1.4.1998.

Kulturfestival PRISMA 99 - MARE BALTICUM vom 4.-21.11.1999 in Oldenburg / Niedersachsen (Fotoausstellung, Publikation einer Infobroschüre zu den baltischen Staaten, organisatorische Mithilfe bei Literatur- und Musikveranstaltungen, Übersetzungen)

Auch in Bremen werden regelmäßig Veranstaltungen organisiert, die über die gesellschaftliche Entwicklung vor allem in Lettland informieren.

Weitere Veranstaltungen des Vereins INFOBALT in Bremen (Auswahl):

27.11.1991: Gründung des Vereins „Informationszentrum Baltische Staaten“ und Veranstaltung mit Andrejs Urdze, Bonn, damals Beauftragter der Republik Lettland in Deutschland.

12.2.1992: DIAVORTRAG von Albert Caspari „Neue Entwicklungen in Lettland erste Schritte zur Unabhängigkeit“. Veranstaltung im Forum Kirche, Hollerallee, Bremen.

24.2.1993: Projekt NATIONALPARK KEMERI. Eine Veranstaltung mit Arno Schoppenhorst, Planungsbüro ÖKOLOGIS, Bremen, zur Zusammenarbeit mit lettischen Naturschützern. Veranstaltung in der BUND-Geschäftsstelle Bremen.

15.3.1994: DIE BALTISCHEN STAATEN ZWISCHEN RUSSLAND UND DER NATO. Veranstaltung mit dem litauischen Botschafter in Deutschland, Herrn Namavičius. Veranstaltung im Forum Kirche, Hollerallee, Bremen.

17.2.1995: FRAUEN IN RIGA. Veranstaltung mit der Bremer Filmemacherin Sara Fruchtmann, die ihren für Radio Bremen produzierten Film zum Thema zeigte. Veranstaltung im Forum Kirche, Hollerallee, Bremen.

11.10.1995: ABWASSERENTSORGUNG UND REGIONALPLANUNG IN LETTLAND. Eine Veranstaltung im Rathaus Bremen, mit der Senatskanzlei der Freien Hansestadt Bremen und dem Verein PRO BALTICA FORUM, Hamburg.

6.3.1996: 5 JAHRE UNABHÄNGIGKEIT - Momentaufnahmen aus dem baltischen Alltag. Videofilme zu aktuellen Themen des lettischen Alltagslebens. Zu Gast: Klaus Schlösser, Autor eines Radio Bremen –Beitrags zum Thema „10 Jahre Städte-partnerschaft Bremen – Riga“. Veranstaltung im Forum Kirche, Hollerallee, Bremen.

11.3.1997: ALLTAG IN LETTLAND AUF DEM LANDE. Zu Gast: der lettische Journalist Ojars Rozítis, Mitarbeiter der größten lettischen Tageszeitung DIENA und freier Mitarbeiter der TAZ. Veranstaltung im Forum Kirche, Hollerallee, Bremen.

9.3. 1998: „Verschollen und vergessen in Riga“ – Veranstaltung mit dem Bundestagabgeordneten Winfried Nachtwei zum Thema des Holocaust in Lettland und der Situation von Überlebenden heute. Veranstaltung im Forum Kirche, Hollerallee, Bremen.

6.3.99: „DER BLICK DURCH DEN SPIEGEL“ - Literaturlesung mit der Autorin Christa Hein. Villa Ichon, Bremen.

16. 3. 2000: „Estland, Lettland, Litauen – welche Informationsmöglichkeiten gibt es in Deutschland?“ – Gast: Andrejs Urdze, Baltisches Informationszentrum Annaberg, Bonn. Als Einführung wurde der Dokumentarfilm „Paldiski – die verlorene Stadt“ der Regisseurin Sabine Hackenberg gezeigt. Veranstaltung im Forum Kirche, Hollerallee, Bremen.

6. 2.2001: Estland, Lettland, Litauen - Menchen, Reisebilder und Gespräche. Gast: Andrea Reischies, Journalistin aus Köln, die 1999 für den WDR Filme über die Hintergründe des Umbruchs in den baltischen Staaten 1990/91 gemacht hat. Veranstaltung im Forum Kirche, Hollerallee, Bremen.

25.2.2002: “Estland, Lettland, Litauen - Streiflichter auf dem Weg nach Europa. Filme und Diskussion mit der Journalistin Birgit Johannsmeier. Veranstaltung im Forum Kirche, Hollerallee, Bremen.

17.10.2002: Ausstellungseröffnung „Arkadija in Lettland“. Bilder des lettischen Künstlers Ivars Aizkalns. Veranstaltung im Cafe 2000 des Zentralkrankenhauses St.Jürgen-Straße, Bremen.

4.3.2003: “Estland, Lettland, Litauen - Welche Rolle spielt der Tourismus für die Entwicklung auf dem Lande?” Filme des Umweltfilmstudios Riga. Zu Gast: Agnese Jakovica, Lauku Celotajs, Riga. Veranstaltung im Forum Kirche, Hollerallee, Bremen.

31.3.2005: Lettland – ein Radreiseland? Informationen zu Radurlaub in den baltischen Staaten, mit Albert Caspari (Verein INFOBALT) und Wolfgang Reiche (ADFC Bremen). Bürgerhaus Weserterassen, Bremen.

27./28.4. 2005: „Baltische Filmwelten“. PURVA ĻAUDIS (Die Moorleute) Film über die nordlettische Stadt Seda. Als Gast: Filmemacher Kaspars Goba aus Riga, zusammen mit Valdis Abols, Geschäftsführer des VIDES FILMSTUDIJO Riga. Veranstaltung im Kino 46, Bremen.

18.5.2005: Mit Ballschuhen im sibirischen Schnee. Lesung mit Sandra Kalniete und Matthias Knoll im Festsaal des Rathauses Bremen. Veranstaltung in Kooperation mit der Bremischen Landeszentrale für politische Bildung und der Senatskanzlei Bremen.

20./21./22./24.5.2005: „Baltische Filmwelten“: SIGADE REVOLUTSIOON (Revolution der Schweine), ein neuer Film aus Estland. Thema: In einem Jugendlager in Estland 1986 kommt es zu ungewöhnlichen Ereignissen.

25.Mai 2005. Original Baltisch! Baltisch! Workshop mit Studierenden der Hochschule Bremen, in Bremen lebenden Esten, Letten und Litauern. Es werden Ausschnitte aus estnischen, lettischen und litauschen Filmen in Originalfassung gezeigt. Veranstaltung an der Hochschule Bremen.

10./11.Juni 2005: „Baltische Filmwelten“. Junge lettische Nachwuchsfilme von Absolventen der Kulturakademie Riga. Veranstaltung im Kino 46, Bremen.

11.Oktober 2005: Lesung mit Jurga Ivanauskaite aus ihrem Buch „Placebo“. Veranstaltung in Kooperation mit „Lietuvos Knygos“, und der Georg-Büchner-Buchhandlung Bremen. Veranstaltung im historischen Schwurgerichtssaal des Landgerichts Bremen. Veranstaltungskonzept: Joachim Tiefensee.

15.12.2005: Beispiel Lettland - Frauen auf dem Weg nach oben? Gesprächsrunde mit lettischen Frauen, aus Anlaß des Besuchs von Frau Dr. Vaira Viķe-Freiberga, Präsidentin der Republik Lettland, in Bremen, der am 16.12.2005 im Bremer Rathaus der Hannah-Arendt-Preis verliehen wurde. Mit Filmen über die lettische Präsidentin Viķe-Freiberga, Gesprächsteilnehmerinnen: Ilze Dzene, Kristine Bruvere, Laima Urdze, Lauma Zvidrina. Veranstaltung in der Bremer Landeszentrale für politische Bildung.

15.6.2006: Ghetto Vilnius – Diskussionveranstaltung und Filmvorführung. Beteiligte: Gintautas Vasiulis, Botschaft der Republik Litauen in Deutschland, Stefan Garsztecki, Universität Bremen, Hermann Kuhn, Deutsch-Israelische Gesellschaft Bremen, Albert Caspari, Verein INFOBALT. Konzept zur Veranstaltung: Inga Ziukiene. Veranstaltung im City Kino Bremen.

Perspektiven

Mit dem 1. Mai 2004 wurden Estland, Lettland und Litauen Mitglieder der Europäischen Union. Damit zusammenhängend ergibt sich eine Normalisierung der Rahmenbedingungen für Kooperationen und Erfahrungsaustausch. Dies ist nur einer der Gründe, warum auch die “Freundinnen und Freunde der baltischen Staaten” - so könnten die INFOBALT-Mitglieder sicherlich bezeichnet werden - eine Veränderung der eigenen Arbeit überlegen.

So wie sich die Informationsanfragen verändert haben, hat sich auch die Arbeitsweise der Vereinsmitglieder verändert. Über 90% aller Anfragen erreichen uns per Email, und etwa 120.000 Nutzer pro Jahr rufen Informationen von unserere Webseite ab (bisheriger Höchstand im März 2006: 25.600 Nutzer pro Monat).

Seit der Einstellung der eigenen Zeitschrift wurde verstärkt das Angebot per Internet sowie eine eigene Radiosendung im Bürgerradio Bremen aufgebaut. Seit August 2000 wird die „Baltische Stunde“ alle vier Wochen produziert und gesendet. Prinzip ist dabei eine ausschließliche Konzentration auf Musik der baltischen Staaten, sowie eine starke Einbeziehung von Studiogästen aus allen thematischen Bereichen und prinzipiell allen Regionen Deutschlands und der baltischen Staaten. Genutzt werden Besuche von Gastgruppen oder Einzelpersonen in Bremen, auch Konzerte und Veranstaltungen von Künstler/innen, um diesen dann die Möglichkeit zu geben, von ihren Tätigkeiten und Aktivitäten im Rahmen der Radiosendung zu erzählen. Erreicht wird eine hohe Motivation aller Beteiligten, da der Anteil an eigener Aktivität, der eingebracht werden kann, sehr hoch ist – zu den thematischen Möglichkeiten kommen die technischen Möglichkeiten hinzu. Zudem ist die Sendung über eine Internetseite des Bürgerrundfunks auch per Internet zu hören, was eine hohe Ausstrahlkraft erzeugt und sogar für Hörer/innen in den baltischen Staaten selbst sorgt – zumindest diejenigen, die an den einzelnen Sendungen selbst mitgewirkt haben.

Seit dem Jahr 2001 ist noch ein weiterer Bereich hinzugekommen. Im Zuge der deutschen Präsidentschaft im Ostseerat (Council of Baltic Sea States) schlug das deutsche Aussenministerium 2001 die Veranstaltung eines ostseeweiten Treffens von Nichtregierungsorganisationen (englisch: NGOS) vor. Dies wurde mit Hilfe eines Bereits aus international arbeitenden NGOs als BALTIC SEA NGO FORUM im Mai 2001 in Zusammenarbeit mit dem Sekretariat des Ostseerats zum ersten Mal in Lübeck organisiert. 2002 folgten ähnliche Veranstaltungen in St.Petersburg / Russland, 2003 in Turku / Finnland, 2004 in Pärnu / Estland, 2005 in Gdynia / Polen. Im Oktober 2006 wird das BALTIC SEA NGO FORUM in Stockholm / Schweden stattfinden. Angeboten werden jeweils Arbeitsgruppen zu verschiedenen Bereichen wie Menschenrechte, Umwelt- und Naturschutz, Soziale Fragen, Kultur, Regionalentwicklung, Jugendaustausch. Teilnehmer/innen sind jedes mal – je nach Kapazität des Veranstaltungsortes – 200 bis 300 Repräsentanten verschiedener NGOs aus allen 11 Ostseeanrainerstaaten. Konferenzsprache ist Englisch. Die Koordination der Teilnahme von deutschen NGOs, die inhaltliche Vorbereitung, Teilnahme an internationalen Vorbereitungstreffen, wie Hilfe bei der Abwicklung der Veranstaltung wird von INFOBALT geleistet – bis 2006 ehrenamtlich. Projektanträge wurden gemeinsam mit den internationalen Partnern zwar schon gestellt (beispielsweise im EU-Programm INTERREG), waren aber bisher nicht erfolgreich. Diese Arbeit weiterzuführen ist auch zu einem Vereinsziel geworden und fördert auch die Einbindung von NGO-Partnern aus Estland, Lettland und Litauen in einen internationalen Zusammenhang, auch mit Beteiligung Russlands, wo die Situation von Nichtregierungsorganisationen ebenfalls nicht einfach ist.

In vielen Fällen wurden Projekte und Initiativen in Estland, Lettland und Litauen seit 1991 von INFOBALT unterstützt. Zusammen mit anderen, ähnlichen Initiativen war diese Unterstützung gerade in der unsicheren Anfangs- und Aufbauzeit der 90er Jahre wichtig. Der Verein INFOBALT ist dabei stets ohne hauptamtliche Mitarbeiter/innen oder staatliche Unterstützung ausgekommen und hat damit unbürokratisch und flexibel immer dort helfen können, wo persönliches Engagement gefragt war.

Inzwischen denken Estland, Lettland und Litauen selbst über jeweils eigene “Image-Kampagnen” nach, und in den meisten deutschen Bundesländern sind sogenannte “EU-Informationszentren” gegründet worden, die auch die neuen Mitgliedsländer einbeziehen. Nur sehr selten werden dabei nichtstaatliche Organisationen mit einbezogen - im Gegenteil. Angesichts knapper Kassen – aber in Kenntnis der jahrelangen Arbeit des Vereins INFOBALT und des guten Namens, den sich der Verein erarbeitet hat, gehen viele Anfragende oft einfach von zur Verfügung stehenden kostenlosen Dienstleistungen aus. Andererseits mussten, mangels in Bremen verfürbarer Projektmittel, ein überwiegender Teil der bisherigen Aktiviäten auf ehrenamtlicher Basis aufgebaut werden – das scheint angesichts der daraus folgenden persönlichen Belastung für die entsprechend Betroffenen nicht dauerhaft tragbar.

Für die Zukunft muss versucht werden, diesem hohe Anfrageaufkommen durch besseren Zuschnitt von Projektarbeitsstellen zu begegnen. Daher soll interessierten und mit geeigneten Kenntnissen versehene Mitarbeiter/innen die Möglichkeit gegeben werden, eigene Projekte zu entwickeln, und langfristig dafür auch Finanzierungsmodelle zu entwickeln. Diese möglichen Arbeitsfelder liegen voraussichtlich vor allem in den Bereichen

- ökologischer Tourismus

- Zusammenarbeit von europäischen Regionen /Austausch mit regionalen baltischen Partnern / Regionale Produkte

- Verkehr / Fahrradtourismus / Beratung für Reiseveranstalter, Bildungsreisen

- Informationsarbeit für die deutschsprachige Öffentlichkeit zu den baltischen Staaten

- Kulturelle Projekte, Kulturmanagement

- Entwicklung von informativen Medienbeiträgen, Radio / Film / Fernsehen. Weiterentwicklung der Radiosendung „Baltische Stunde“, ggf. in Zusammenarbeit mit baltischen Partnern.

- Entwicklung von Publikationen zu den baltischen Staaten

- Weiterer Ausbau des Service- und Informationsangebots im Internet

- Ausbau der Kontakte zu Nichtregierungsorganisationen im Ostseeraum, Entwicklung von Projektvorschlägen und Finanzaquise zusammen mit anderen Partnern

- Bildungsarbeit und Weiterbildung in verschiedenen Bereichen

- Sichtung, Systematisierung und Zugänglichmachung des INFOBALT-Archivs, mit Materialien zur Rezeption der baltischen Staaten in der deutschen Presse, umfangreicher Fachliteratur, Musikarchiv, Videoarchiv und einiges mehr.

Zur Verwirklichung und Umsetzung dieser Perspektiven sind weitere Partner - auch unabhängig vom Vereinsstandort Bremen - gern gesehen. Bitte sprechen Sie uns an!


Buchtipp: 
Mythos Baltikum - Estland, Lettland und Litauen vor dem Beitritt zur Europäischen Union. (Erfahrungen und Beobachtungen seit 1991. Enthält auch Beiträge aus der zwischen 1992 und 2003 vom Verein INFOBALT herausgegebenen Zeitschrift "INFOBALT.DE - Infoblatt Baltische Staaten").
156 Seiten, BOD, Norderstedt 2003. ISBN 3-8334-0360-8. Erhältlich im Buchhandel oder per Internet (Amazon, Libri u.ä.).
c/o INFOBALT 2000-2006 - erstellt von David Feest, Felix Weiland, Albert Caspari
Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.
Der Verein “Informationszentrum Baltische Staaten e.V. ist registriert und als gemeinnützig anerkannt beim Amtsgericht Bremen. Vorstand: Albert Caspari. Jens Olaf Walter. David Feest, Lauma Zvidrina. Kontakt: webmaster@infobalt.de